Myopie-Management

Myopie-Management

Myopie-Management mit Kontaktlinsen

Kurzsichtigkeit (Myopie) nimmt weltweit stark zu – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Neben genetischen Faktoren spielen Umweltbedingungen wie intensive Naharbeit und wenig Zeit im Freien eine entscheidende Rolle. Moderne Kontaktlinsen bieten heute wirksame Möglichkeiten, das Fortschreiten der Myopie gezielt zu verlangsamen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über das Myopie-Management mit Kontaktlinsen, seine Wirkmechanismen und Vorteile.

Was versteht man unter Myopie-Management?

Myopie-Management bezeichnet alle Maßnahmen, die darauf abzielen, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit zu bremsen – nicht nur die Sehschärfe zu korrigieren. Hintergrund ist, dass eine zunehmende Myopie mit einem verlängerten Augenwachstum einhergeht, was das Risiko für spätere Augenerkrankungen wie Netzhautablösung, Glaukom oder myopische Makulopathie erhöhen kann.

Warum Kontaktlinsen im Myopie-Management?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Einstärkengläsern oder -kontaktlinsen können spezielle Myopie-Management-Kontaktlinsen gezielt das periphere Sehen beeinflussen. Studien zeigen, dass ein sogenannter peripherer hyperoper Defokus (das Bild fällt hinter die Netzhaut) das Längenwachstum des Auges stimulieren kann. Moderne Linsendesigns setzen genau hier an.

Arten von Kontaktlinsen zur Myopiekontrolle

1. Orthokeratologie (Ortho-K)

Ortho-K-Linsen sind formstabile Kontaktlinsen, die über Nacht getragen werden. Sie modellieren die Hornhaut temporär so um, dass tagsüber ohne Sehhilfe scharf gesehen werden kann.

Vorteile:

  • Gute Myopiekontrolle (ca. 30–60 % Progressionshemmung)

  • Keine Sehhilfe am Tag nötig

  • Besonders beliebt bei sportlich aktiven Kindern

Zu beachten:

  • Konsequente Hygiene und regelmäßige Kontrollen sind essenziell

  • Nicht für jede Hornhautform geeignet

2. Weiche Kontaktlinsen mit Myopie-Management-Design

Diese Tages- oder Monatslinsen besitzen mehrere optische Zonen. Während die zentrale Zone für klares Sehen sorgt, erzeugen die peripheren Zonen einen gezielten myopen Defokus.

Vorteile:

  • Einfache Handhabung, besonders als Tageslinsen

  • Gute Verträglichkeit

  • Wissenschaftlich gut untersucht

Zu beachten:

  • Tägliche Tragedisziplin notwendig

  • Etwas höhere Kosten als Standardlinsen

Für wen ist Myopie-Management mit Kontaktlinsen geeignet?

Myopie-Management wird vor allem bei Kindern und Jugendlichen empfohlen,

  • bei denen die Myopie bereits früh auftritt

  • deren Kurzsichtigkeit schnell zunimmt

  • bei denen ein familiäres Risiko besteht

Eine frühzeitige Anpassung – idealerweise im Grundschulalter – erhöht die Erfolgschancen deutlich.

Die Rolle des Augenoptikers und Augenarztes

Ein erfolgreiches Myopie-Management erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Augenoptiker:in, Augenärzt:in, Kind und Eltern. Regelmäßige Kontrollen, Achslängenmessungen und Anpassungen des Versorgungskonzepts sind entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Fazit

Kontaktlinsen sind ein zentraler Baustein im modernen Myopie-Management. Ob Orthokeratologie oder spezielle weiche Kontaktlinsen – beide Ansätze können das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit effektiv verlangsamen und so das Risiko späterer Augenerkrankungen reduzieren. Wichtig ist eine individuelle Beratung und eine frühzeitige, konsequente Umsetzung.

Tipp: Myopie-Management wirkt am besten ganzheitlich – ausreichend Tageslicht im Freien und regelmäßige Sehpausen bei Naharbeit sollten immer Teil des Konzepts sein.

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